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16.04.2021: Modernisierungsgesetz: Optionsmodell für die Körperschaftsteuer

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Modernisierungsgesetz: Optionsmodell für die Körperschaftsteuer

Im Zuge der Internationalisierung und Modernisierung des deutschen Steuerrechts können Personengesellschaften in Deutschland bald von einem attraktiven Optionsmodell profitieren. Mit dem Körperschaftsteuer-Modernisierungsgesetz, kurz KöMoG, schafft der Gesetzgeber eine neue, steuerliche Perspektive. Per Antrag können Personengesellschaften zukünftig wie eine Kapitalgesellschaft behandelt werden, was unter anderem ertrags- und gewerbesteuerrechtliche Folgen mit sich bringt.

Hintergrund zur Modernisierung des KöMoG

Steuerrechtlich wurde die Behandlung von Kapital- und Personengesellschaften in Deutschland über die Jahre hinweg sukzessive angepasst. Dennoch existieren systematische Unterschiede. Auch das Besteuerungsverfahren der Personengesellschaften selbst gilt als bürokratisch. Das Körperschaftsteuer-Modernisierungsgesetz (KöMoG) hat zum Ziel, diese Unterschiede ausgleichen zu können und zu einer einheitlichen, nachvollziehbaren Besteuerungsgrundlage beizutragen.

Im Zuge der Modernisierung war zudem eine Anpassung des Umwandlungssteuerrechtes geplant. Das UmwStG war in seiner bisherigen Formulierung primär auf den Europäischen Wirtschaftsraum ausgelegt. Mit einer zunehmend globalisierten Wirtschaft und Geschäftsbeziehungen über kontinentale Grenzen hinweg sollte das Körperschaftsteuer-Modernisierungsgesetz eine entsprechende Anpassung beinhalten.

Wesentliche Punkte des Gesetzesentwurfes im Überblick

Ende März 2021 wurde der Gesetzesentwurf für das KöMoG durch das Bundeskabinett verabschiedet. Das nachfolgende Gesetzgebungsverfahren dürfte noch innerhalb dieser Legislaturperiode abgeschlossen werden und für eine baldige Modernisierung der Körperschaftsteuer und weiterer Inhalte des KöMoG sorgen. Zu den wichtigsten Änderungen und Anpassungen, die das KöMoG umfasst, gehören:

1. Optionsmodell für Personengesellschaften

Nach dem Gesetzesentwurf ist es Personengesellschaften zukünftig möglich, in Bezug auf die Körperschaftsteuer auf Antrag hin wie eine Kapitalgesellschaft behandelt zu werden. Der erfolgreich gestellte Antrag umfasst eine ertragsteuerliche und verfahrensrechtliche Gleichstellung. Die Rückkehr der optierenden Gesellschaft zur Besteuerung nach den Maßstäben von Personengesellschaften zu einem späteren Zeitpunkt soll möglich sein. Der formale Übergang der Besteuerung soll gemäß dem UmwStG behandelt werden.

2. Internationalisierung des UmwStG

Die Umwandlung von Beteiligungen von Körperschaften als übertragende Rechtsträger gemäß zweitem bis fünftem Teil des UmwStG soll zukünftig auch bei verschiedenen Drittstaaten seine Anwendung finden. Die Umwandlung muss dabei strukturelle Merkmale einer inländischen Umwandlung als Voraussetzung für eine Steuerneutralität aufweisen. Eine Anwendung soll erstmals für Umwandlungen erfolgen können, die zum steuerlichen Übertragungsstichtag 31. Dezember 2021 stattfinden.

3. Fremdwährungsverluste steuerlich abziehbar

Erleidet eine Kapitalgesellschaft bei Darlehensforderungen gegenüber einer anderen Körperschaft Verluste aufgrund des Wechselkurses der Fremdwährung, wird das Abzugsverbot gemäß § 8b Abs. 3 S. 4 und 5 KStG aufgehoben. Hierbei ist Voraussetzung, dass wenigstens eine Beteiligung von 25 % besteht. Auch diese Regelung soll bei Gewinnminderungen ab dem Stichtag 31. Dezember 2021 erstmals angewendet werden können.

Körperschaftsteuer-Modernisierungsgesetz - die weiteren Schritte

Das Gesetzgebungsverfahren in Deutschland sieht für das Körperschaftsteuer-Modernisierungsgesetz zunächst die Verabschiedung einer Stellungnahme durch den Deutschen Bundesrat vor. Für gewöhnlich findet erst hiernach eine Beratung im Bundestag statt. Da die Legislaturperiode im Herbst 2021 endet, ist davon auszugehen, dass das Körperschaftsteuer-Modernisierungsgesetz bereits parallel in beiden Gremien beraten und diskutiert wird.

Für viele Personengesellschaften ist die Neuformulierung des KöMoG eine Überprüfung wert, um individuelle steuerliche Vorteile zu erkennen. Die Antragstellung sollte dabei stets für das nächste Geschäftsjahr möglich sein, durch die Option der Rückkehr ist ein flexibles Modell zur Besteuerung von Personengesellschaften gegeben. Lediglich eine rückwirkende Anwendung der Option sieht der aktuelle Gesetzesentwurf nicht vor. Zu beachten ist, dass eine Anwendung der Option nicht automatisch zur Andersbehandlung bezüglich anderer Steuerarten führt, beispielsweise bezüglich der Umsatzsteuer.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Video: 

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